Die Suche nach dem Gold der Stimme

Das Musikfestival Glatt & Verkehrt gastiert in den Kremser Weinbergen. Urklang ist angesagt


VORSCHAU: STEFANIE PANZENBÖCK
Feuilleton | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Das Oloid, ein geometrischer Körper, hat keine Ecken, dafür zwei Kanten. Es wurde 1929 vom Anthroposophen Paul Schatz entdeckt und hat die Form zweier sich senkrecht schneidender Kreise. Als einer von wenigen Körpern kann er sich über seine gesamte Fläche abrollen.

Die Schweizer Klangkünstler Christian Zehnder und Gregor Hilbe haben sich die Form und Eigenschaften des Oloids zum musikalischen Programm gemacht und ihr gemeinsames Projekt danach benannt. "Zwischen Moderne und Archaik steckt so vieles in diesem magischen Körper", sagt Zehnder, ein Meister des Obertongesangs. "Zum Beispiel die torkelnde Bewegung, die ein Oloid macht, wenn man es abrollt." Dieses Torkeln wurde für sie zum Vorbild für asynchrone Rhythmen, die Magie der Form zu einem Ideal, nach dem ihre sphärischen und gleichzeitig urigen Klänge streben.

Mit "Oloid", einem Klangkunstwerk aus Obertongesang, Mundorgelpfeifen, Percussion und Elektronik, treten Zehnder und Hilbe beim niederösterreichischen Musikfestival

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