Nach Einbruch der Dunkelheit

Andreas Spechtl, Sänger von Ja, Panik, schlägt auf seinem Solodebüt "Sleep" ganz neue Töne an

Feuilleton | TRAUMDEUTUNG: GERHARD STÖGER | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Gelegentlich tritt Andreas Spechtl solo auf. Ein Mikrofon und eine Gitarre oder ein Klavier genügen ihm da, und er interpretiert, mal elektrisch, mal akustisch, Lieder seiner Gruppe Ja, Panik. Dass der seit 2009 in Berlin lebende Songwriter und konzeptuelle Kopf dieser Diskurspop-Ausnahmeband, irgendwann ein Soloalbum aufnehmen würde, war also klar.

Und doch ist der erste Alleingang des 31-Jährigen eine doppelte Überraschung: Spechtl firmiert unter dem Pseudonym Sleep und nennt auch die Platte so -und die Musik klingt ganz anders als gewohnt.

Gitarren spielen nur eine untergeordnete Rolle, die bei Ja, Panik so kunstvollen Texte sind reduziert, das Deutsch mit falcoesken Englisch-Einsprengseln weicht einem zurückgelehnten Englisch, und anstatt der infizierenden Melodien, für die Ja, Panik unter anderem bekannt sind, prägen die acht Songs eigenwillige Rhythmen, deren Grooves nicht forsch sind, sondern vielmehr aus einem Stolpern heraus entstehen.

Wie es dazu kommt? "Sleep" sei im Laufe


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