Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wiens türkische Community überlegt die Gründung einer Partei

Politik | BARBARA TÓTH | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Den Namen Turgay Taskiran sollten sich alle Wienerinnen und Wiener merken. Denn der türkischstämmige Arzt aus Favoriten möchte bei den Landtagswahlen am 11. Oktober in Wien mit einer eigenen Migrantenpartei antreten.

Die Wählerschaft dafür gibt es: Laut Statistik Austria haben 40,7 Prozent der Wiener Migrationshintergrund, etwa 60.000 sind türkischstämmig. Wahlberechtigt ist aber möglicherweise nur ein viel geringerer Teil, was ein erstes Thema der jungen Partei werden könnte. Die Presse, die als Erstes über Taskiras Pläne berichtete, schätzt die Zahl der wahlberechtigten Austro-Türken auf 45.000.

Wiens türkischstämmige Arbeitnehmer wählten zumindest im Jahr 2008 noch mehrheitlich die SPÖ. Das legt eine SORA-Umfrage nahe, wonach 60 Prozent bei der Wiener Gemeinderatswahl für die SPÖ stimmten. Taskiran selbst will vor allem gegen die FPÖ und ihre ausländerfeindlichen Parolen antreten. Die FPÖ freut sich sogar: Eine eigene "Türkenpartei" passt natürlich gut in das Schreckbild der Überfremdung Wiens.

Taskiran wird von der UETD, der Union Europäisch-Türkischer Demokraten, unterstützt, die dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdoğan nahesteht.


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