Schöne Welt, wo bist du?

Zum Tod Cornelia Reiters, der Leiterin des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien

Feuilleton | NACHRUF: ELISABETH VON SAMSONOW | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Cornelia Reiter hatte bereits eine brillante akademische Karriere absolviert, als sie 2003 an die Akademie der bildenden Künste ins Kupferstichkabinett kam. Ihre Beschäftigung mit den Malern Oskar Laske und Anton Romako ließ bereits erkennen, wo die Stärke der jungen Kunsthistorikerin lag, nämlich in der Aufzeichnung und Deutung von ganzen Werken und Beständen.

Sie nahm sich in der Folge der Aufgabe an, die Zeichnung der Romantik und des 19. Jahrhunderts einer umfassenden Neubewertung zu unterziehen, und sie tat, was längst fällig war, nämlich all das näher zu betrachten, was in Österreich hinter der Klimt-Schranke verborgen lag.

Ihr Opus magnum bildet die Trilogie von Bestandskatalogen zu schwerpunktmäßig im 19. Jahrhundert datierten Beständen des Kupferstichkabinetts ("Wie im wachen Traume","Schöne Welt, wo bist du?", "Ideal und Natur"), das sie seit 2013 interimistisch leitete, aber auch schon zuvor mit sorgfältig kuratierten Sonderausstellungen bereichert hatte.

In jedem


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