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Teufel & Co

Falter & Meinung | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Leiden Sie an äußeren Störungen? Unter dämonischem Spuk? Dämonischen Schikanen? Dämonischer Umsessenheit, dämonischer Besessenheit oder gar dämonischer Unterwerfung? Dann hilft nichts als ein Besuch des Exorzisten. Martin Staudinger und Klaus Zellhofer interviewten Pater Andreas Resch, den "Vatikan-Experten fürs Übernatürliche" beim Exorzistenkongress in Innsbruck. Resch blieb nüchtern ("Bei den Untersuchungen löst sich zwar in 99 Prozent aller Fälle, in denen ich gerufen werde, alles in Wohlgefallen auf. Aber ich habe etwa schon einen Fall von Psychokinese gesehen, wo sich ein Glaszylinder, ohne dass ihn jemand berührt hätte, um 50 Zentimeter bewegt hat. Das Schlimmste ist ein Wissenschaftler, der alles erklären kann. Den möchte ich als urform des Deppen bezeichnen.") Aber es waren auch andere Kaliber in Innsbruck. Zum Beispiel der Salesianerpater Giuseppe Capra (deutsch: Ziege, Anm.), der in den letzten fünf Jahren gleich 5000 Teufel und Dämonen austrieb.

Den Teufel malte Krimiautor Ernst Hinerberger nicht an die Wand. Aber der Autor des Mundl, der soeben wieder im ORF lief, sprach im Interview mit Klaus Nüchtern als ehemaliger Polizist Klartext über seine Profession: "Dass die Stapo rechts ist, war mir immer schon klar. Das mit dem Schimanek junior (wegen neonazistischer Umtriebe zu langer Haft verurteilt, Anm.) habe ich schon fünf Jahre vorher aus Mittelschülerzeitungen gewusst: Da werden die Namen genannt -wer die Wehrsportgruppe führt, und wo man die Waffen kaufen kann, die auf 30 Meter jeden Türken treffen, ohne dass man zielen muss. Das ist alles erschienen, vom Staat gefördert worden und die Polizei hat's gewusst. Eigentlich sollte es nirgends eine Staatspolizei geben. Das sind überall die gleichen Typen, die Terror und Gewalt hauptsächlich gegen harmlose Leute ausüben Ein wirklich linker Polizist ist schwer vorstellbar. Das ist das uralte Problem. Man müsste den Menschen ändern, aber der lässt sich leider schlecht ändern. Das ist wie mit den Erstwählern: Die denken sich von den Politikern: Die woin ma do nur a Gschichtl druckn."


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