Buch der Stunde

Reisende Pilze und die Negativbilanz des Anthropozäns

Feuilleton | KARIN CHLADEK | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Bevor man auf dem nachtschwarzen Cover die zur Schnecke stilisierte Zahl sechs erkennt, liest man das Wort "Sterben". Na bumm. Man sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Dahinter verbirgt sich ein aufwendig recherchiertes Sachbuch, für das Elizabeth Kolbert den Pulitzerpreis erhielt. Sie schreibt über das rasante Verschwinden von immer mehr Tierarten. Anders als die fünf vorherigen Aussterbewellen hat das aktuelle Phänomen keinen natürlichen Ursprung, sondern es ist auf die wirtschaftliche und demografische Expansion einer einzigen Spezies zurückzuführen - des Menschen.

Nicht umsonst heißt es, wir lebten im Anthropozän, im "vom Menschen geprägten Zeitalter". Dieses könnte schon in unserer Frühgeschichte begonnen haben: Kolbert geht der Frage nach, inwieweit der Homo sapiens am Aussterben von Megafauna wie Mammuts und am Verschwinden des Neandertalers Schuld haben könnte. Dazu zitiert sie den führenden Frühmenschenforscher Svante Pääbo.

Sie widmet sich auch sonst weniger


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