Kolumne Außenpolitik

Rückzugsgefecht der Hardliner im Iran und in den USA


RAIMUND LÖW
Falter & Meinung | aus FALTER 30/15 vom 22.07.2015

Das Wiener Abkommen zum iranischen Atomprogramm kann nur im Lichte der langen US-Kriegsrhetorik gegenüber dem Iran beurteilt werden. In den USA waren nach dem Sturz Saddam Husseins die Angriffspläne gegen den Iran das zentrale Thema der außenpolitischen Diskussion. Der Kampf gegen die Achse des Bösen muss weitergehen, lautete die Devise der Hardliner. Stuxnet, ein Computervirus, mit dem westliche Geheimdienste das iranische Nuklearprogramm infizierten, legte tausende Zentrifugen lahm. Iranische Nuklearexperten fielen Mordanschlägen zum Opfer, hinter denen die ganze Welt den israelischen Geheimdienst vermutete.

Auch vorsichtige Experten hielten Luftschläge der USA gegen die unterirdischen Nuklearanlagen im Iran für unvermeidlich. Der Kongress bewilligte hohe Summen, um in Teheran einen Umsturz vorzubereiten.

Der in Wien ausgehandelte Vertrag zieht einen Schlussstrich unter diese Pläne. Barack Obama vollzieht einen Kurswechsel, der mit Richard Nixons Reise nach China zu vergleichen

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