Ernesto Neto & Susanne Wenger: Schamanen in Wiener und Kremser Ausstellungen

Feuilleton | MD | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Die Kunsthalle Krems zeigt eine Retrospektive des brasilianischen Künstlers Ernesto Neto, dessen Laufbahn in den späten 1980er-Jahren mit geometrischen Objekten begann. Aus frühen Experimenten mit Material und dessen Gewicht entwickelte Neto ein originelles Formenvokabular. Mit Sand, Gewürzen und Styroporkügelchen gefüllte Nylonschläuche hängen wie Tropfen von der Decke oder sind zu Zelten gespannt. Der Künstler knüpft an das avantgardistische Programm einer Vereinigung von Sinnen und Medien an. Die Spalten und Schwellungen geben Netos Installationen eine sexuelle Anmutung.

Die Wienerin Francesca von Habsburg sammelt Neto. Von ihr stammen wichtige Leihgaben in Krems, außerdem widmete sie dem Künstler in der TBA21 eine Ausstellung über die religiöse Verwandlung Netos. Zum einen sind die typischen Textilskulpturen zu sehen, zum anderen rituelle Gegenstände der Huni Kui: Rasseln, Hängematten und ein für Versammlungen gedachtes Zelt. Hier kippt Netos fröhliche Synthetik in


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