Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Die Reihen in den Redaktionssitzungen haben sich gelichtet. Anfangs haben einige Kollegen noch lebensgroße Pappfiguren aufgestellt, um Vollzähligkeit vorzutäuschen. Aber es hilft nichts, die Urlaubszeit ist angebrochen, es lässt sich nicht mehr leugnen. Man merkt es spätestens an den zurückkommenden E-Mails.

Sie tragen Zeilen in sich wie "Barbara Tóth ist nicht da. In redaktionellen Fragen kontaktieren Sie bitte die Falter-Politik-Redaktion"(Barbara Tóth),"Bin nicht im Büro, checke aber unregelmäßig meine Mails"(Armin Thurnher), oder "Terminhinweise für die Falter:Woche werden auch in meiner Abwesenheit bearbeitet, der Rest muss warten"(Gerhard Stöger).

Wer diese formellen Abwesenheitsnotizen genauer betrachtet, der kann zwischen den Zeilen herauslesen, mit welcher Leidenschaft sie niedergeschrieben wurden. Es scheint, als schimmerten ein paar fröhliche Sonnenstrahlen durch die Buchstabenreihen.

Vor dem geistigen Auge sieht man Tóth mit einem Hausboot die norwegischen Fjorde entlangschippern. Thurnher mit seinem Labrador Cato durch die saftigen Wiesen des Waldviertels stapfen. Und schließlich Stöger, wie er an einem Kärntner See am Lagerfeuer die Gitarre auspackt und mit voller Inbrunst der Nacht sieben Worte entgegenschleudert: "Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht!"

Habt es schön!, will man seinen Kollegen in den Urlaub hinterherrufen. Lasst es euch gutgehen, ihr fleißigen Wesen, erholt euch gut! Wir folgen euch bald nach.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige