Dösen quasi allegretto

Coole Orte: Wie die Hitze den Autor in die Jesuitenkirche lockte und ihn ein französisches Orgelkonzert zu einem Schläfchen verleitete

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Es sollte ein Fest der jubilierenden Orgelpfeifen werden. In der Jesuitenkirche findet derzeit eine Konzertreihe statt, in der Organisten ein einziges Werk aufführen. "Die Goldene Stunde" ist der Name der Veranstaltung. Um 18.30 Uhr, da die Sonne ihr Licht durch die Kirchenfenster wirft und so die Vergoldungen zum Leuchten bringt, beginnt das Konzert.

"Wenn Wolken vorbeiziehen, gibt es ein Wechselspiel zwischen Hell und Dunkel, ähnlich wie in der Musik", sagt Organisator Hannes Marek. Die goldenen Stunden dauern nicht länger als 45 Minuten, was sich allerdings ganz schön ziehen kann, wenn man nicht gerade ein Fan französischer Orgelliteratur des späten 19. Jahrhunderts ist, und überhaupt das regungslose Verharren in Kirchenbänken aufgrund biografischer Verwerfungen nicht so positiv im zerebralen Hippocampus abgespeichert ist.

Die Orgel ist ein Musikinstrument, das ursprünglich dem Zweck diente, den irdischen Sünder umzublasen und ihm durch Überwältigung die Evidenz himmlischer


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