Buch der Stunde

Ein ABC der DDR: Lustig, bitter und noch mehr

Feuilleton | Thomas Leitner | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Sechzehn sind Ich-Erzähler und Autor, als die DDR 89/90 wie ein in die Jahre gekommener, stotternder Trabi ihren Geist aufgibt. Die Jugend der Dresdner Villenviertel nimmt 40-Jahr-Republiksfeier, Montagsdemonstrationen und Mauerfall, Staatsbesuche von Gorbi &Kohl als Hintergrundgeräusche für die wirklich wesentlichen Umbrüche in ihrem subkulturellen Milieu wahr: Attribute wie Baseballschläger und Bomberjacken, Attitüden wie links-oppositioneller Punk und existenzialistischer Rock sind es, was ihre Welt im Innersten zusammenhält.

Peter Richter, bisher mehr aus Feuilleton (FAZ, SZ) und Fernsehen bekannt, entwirft in diesem deutlich autobiografisch gefärbten Text ein Panoptikum der doch recht privilegierten Halbwüchsigen. Die aufund abgeklärten Eltern -man kennt diese Dresdner Oberschicht aus Uwe Tellkamps "Turm" - schauen befremdet und beschützend auf das bewegte Popbiotop, der Staat manifestiert sich mehr in sekkanter Lächerlichkeit als durch Oppression: Die einst als "Rote" gefürchtete


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