Wüstenschiffe auf der Donauinsel

Von 31. Juli bis 16. August halten wieder die Afrika-Tage Einzug

Lexikon | Vorschau: Johanna Lindner | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015


Foto: Event Fokus Gmbh

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Wenn Afrika-Tage sind, dann finden zwischen Floridsdorfer Brücke und Georg-Danzer-Steg Konzerte aller Spielarten afrikanischer Musik statt, es wird bauchgetanzt und getrommelt, Sambaparaden ziehen durchs Festivalgelände, und im Sahara-Zelt machen Folklore-Shows Stimmung. So wird es auch ab Freitag wieder sein, und zwar ganze 17 Tage lang. Selbstverständlich gibt es auch wieder einen farbenfrohen Bazar, dort werden allerlei Kunsthandwerk, Stoffe, Musikinstrumente, Schmuck und kulinarische Leckerbissen feilgeboten.

Prominente Schirmherrin des Festivals ist diesmal Auma Obama, Halbschwester des US-Präsidenten. Bei der feierlichen Eröffnung der Afrika-Tage am Samstag (Hauptbühne, 17.00) erzählt sie von der Arbeit ihrer Stiftung Sauti Kuu, die sich darum bemüht, Kindern und Jugendlichen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu erleichtern. Auch sonst vergisst man bei den Afrika-Tagen nicht darauf, dass viele Regionen des Kontinents mit massiven Problemen zu kämpfen haben – am Bazar informieren gemeinnützige Organisationen über ihre Aktivitäten.

Eine Neuerung des Festivals sind außerdem die Charity-Mondays (3. und 10.8.). An diesen Tagen werden Besucherinnen und Besucher um freiwillige Spenden gebeten, damit werden etwa World Vision oder das Flüchtlingsprojekt Ute Bock unterstützt.

Zum Programm: Eines der musikalischen Highlights ist sicherlich der Auftritt des Weltmusikstars Salif Keita aus Mali am Sonntag. „Die goldene Stimme Afrikas“, wie Keita manchmal auch genannt wird, macht Afropop mit Engagement zwischen westafrikanischen und europäischen Einflüssen. Am Tag davor heizen die Dissidenten und Mohamed Mounir mit traditionellen nubischen Rhythmen ein, am Montag bringt die Wahlwienerin Jenny Bell ihre Mischung aus Gospel, Jazz und Afro-Beat auf die Bühne (alle Hauptbühne, 20.30).

Folkloremäßig gibt Ägypten heuer den Ton an. Da glitzern die Kostüme, zu orientalischen Klängen werden die Bäuche geschwungen, und bei der Tanoura, einem ägyptischen Drehtanz, könnte einem schon vom Zusehen schwindlig werden. Shows finden täglich zu unterschiedlichen Zeiten im Sahara-Zelt statt.

Aber auch abseits von Musik und Folklore gibt es was zu schauen. Die senegalesische Modedesignerin N’Deye Rama Diaw verbindet in ihren Kollektionen traditionelle Techniken und Materialien mit modernen Schnitten. Ihre Entwürfe sind bei der Modenschau am Montag zu sehen (Sahara-Zelt, 15.45). Apropos Mode: Wer am Bazar Stoffe erstanden hat, kann sich dort auch gleich von Schneidermeister Denis Dah aus Benin was Schönes ganz nach den eigenen Vorstellungen nähen lassen.

Natürlich kommt auch das ganz junge Publikum nicht zu kurz. Täglich gibt es zwischen 14 und 18.00 (Sa und So schon ab 11.00) Programm im Kinderzelt. Papyrus schöpfen, Masken basteln, mit Erdpigmenten malen, Trommeln bauen oder selber spielen lernen – geht alles. Außerdem können beim Kamelreiten (tägl. 14.30, wetterabhängig) Seetüchtige jeden Alters die Donauinsel mal vom Wüstenschiff aus an sich vorbeiziehen lassen.

Noch ein guter Grund, bei den Afrika Tagen vorbeizuschauen sind jedenfalls die Genüsse kulinarischer Natur. Wie speist man in Ghana, wie in Tunesien oder Kenia? Am Bazar kann man sich durchkosten und spätestens dabei sollte auch klar werden, dass Afrika nicht gleich Afrika ist. So meint etwa Tewabech Zefere, die schon zum vierten Mal das Festivalpublikum mit Schmankerln aus ihrer äthiopischen Heimat verköstigt: „Ich war noch nie in einem anderen afrikanischen Land, und ich schaue auch und koste, was da gekocht wird. Es ist einfach Kulturaustausch, es ist wirklich eine Superidee!“ Zefere selbst, die auch ein Restaurant in der Währinger Straße im neunten Bezirk führt, verspricht besonders würzige Gaumenfreuden – welche Kräuter da genau zur Anwendung kommen, verrät sie aber nicht. Neben den verschiedenen veganen Speisen und Fleischgerichten, die Zefere kredenzt, kann man an ihrem Stand auch eine äthiopische Kaffeezeremonie erleben, die als ursprünglichste Art der Kaffeezubereitung gilt. Das Besondere daran: Die Kaffeebohnen werden ganz frisch geröstet und gemahlen. Anschließend wird der Kaffee mit Wasser und Zucker in einer speziellen Tonkanne aufgekocht: „Das riecht ganz besonders, ganz frisch!“, schwärmt Zefere.

Angeblich haben ja äthiopische Hirten die anregende Wirkung der Kaffeebohne als Erste entdeckt. Der Legende zufolge sollen sich ihre Ziegen nach dem Verzehr von Kaffeebeeren nächtens wie wild gebärdet haben – womöglich kommt so ein Muntermacher während der Festivaltage ja gerade recht.

Donauinsel, Floridsdorfer Brücke, 31.7. bis 16.8.
Information: www.afrika-tage.at


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