Die Nachtigall bekommt einen Nachtwächter gestellt

Mit 58-jähriger Verspätung erscheint der Roman "Gehe hin, stelle einen Wächter". Ist Harper Lee doch mehr als ein One-Hit-Wonder?

Feuilleton | Lektüre: Klaus Nüchtern | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Ein derartiges Tamtam ist seit dem Erscheinen des letzten "Harry Potter"-Bandes um kein Buch mehr veranstaltet worden. Tonnenweise Vorbestellungen, Vorabdrucke, Vorfreude bei den Fans. Zahlreiche Buchhändler öffneten bereits in der Nacht von Montag, den 13. auf Dienstag, den 14. Juli ihre Läden, um die lange angekündigte und heiß ersehnte literarische Sensation schon ab der ersten Sekunde des offiziellen Erscheinungstermins an die lesebegierige Kundschaft auszufolgen.

Ausgerechnet in Monroeville, Alabama, aber blieb die Nachfrage nach dem Roman "Gehe hin, stelle einen Wächter", dessen Manuskript Tonja B. Carter, die Sachwalterin der mittlerweile 89-jährigen Harper Lee, vor vier Jahren in einem Schließfach der Autorin entdeckt haben will, hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück: "Am Dienstagvormittag schienen sich dort mehr Journalisten, freiwillige Helfer und Tourismusfunktionäre aufzuhalten als Harper-Lee-Pilger", schrieb die Reporterin der New York Times. Eine Schlange von


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