Kolumne Außenpolitik

Die Türkei kämpft gegen die Kurden, nicht gegen den IS

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Zu früh wurde die vermeintliche Wende international gefeiert. Es wird immer deutlicher, dass die türkische Regierung nicht den IS, sondern die Kurden treffen will, die erfolgreich gegen den IS kämpfen. Mit der antikurdischen Mobilisierung will Präsident Erdoğan seine Macht zurückgewinnen, sollte es demnächst Neuwahlen geben. Mit dem radikalen Islamismus in Syrien ist er enger verwoben als bisher bekannt war.

Seit ein Selbstmordattentäter in Anatolien mehr als 30 junge Friedensaktivisten in die Luft gesprengt hat, schien sich auch die AKP-Regierung endlich der Bedrohung durch den Islamischen Staat zu stellen. Doch die türkischen Flugzeuge, die jetzt direkt in den syrischen Bürgerkrieg eingreifen, sind weniger gegen die Stellungen des IS als vielmehr gegen die Positionen der Kurden gerichtet.

Kurdische Verbände haben mit europäischer und amerikanischer Unterstützung den Vormarsch des IS gestoppt und Gebiete in Syrien und im Irak zurückerobert. Eine kurdische Autonomie an der Grenze


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