Stadtrand Urbanismuskolumne

Wohnen außerhalb der Konsumzone

Stadtleben | Birgit Wittstock | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Hier in der Innenstadt, wo auch der Falter einquartiert ist, wird einem das Geld ja quasi nachgeschmissen: an jeder Ecke ein Bankomat -oder zumindest alle fünf Gehminuten eine Bankfiliale. Zwar wird man hier das Behobene auch mindestens genauso schnell wieder los, wie man es abgehoben hat, wohnt man aber außerhalb des Gürtels, sieht die Sache anders aus: Da heißt es immer darauf zu schauen, dass in den Taschen genug Bargeld steckt, andernfalls muss man sich auf einen langen Fußmarsch einrichten.

Zwischen Gürtel und Meidlinger Hauptstraße gab es etwa bis vor kurzem lediglich drei Bankomaten. Genialerweise allesamt in Supermarktfilialen. Von wegen Kohle 24/7. Kürzlich dann ein kleines Wunder: Bei der U-Bahn-Station Längenfeldgasse, in der tiefsten Meidlinger Wohnwüste, wurde ein Bankomat installiert. Zwar sind ein paar Supermärkte, Trafiken und Dönerbuden die einzigen Geschäfte weit und breit, wo man dort sein Bares wieder loswerden kann, aber offenbar machen die jetzt ein gutes Geschäft: Der neue Bankomat ist nämlich regelmäßig außer Betrieb.


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