Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (225)

Stadtleben | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Herr S. hat beim Einkaufen oft den Eindruck, er werde böse angeschaut, wenn er den Warentrenner aufs Förderband legt. Er möchte nun wissen, wie man den Stab platziert, ohne den nachfolgenden Kunden zu kompromittieren.

Ja, so eine Warteschlange ist mitunter recht lang, und da können einem manchmal ganz schön krause Ideen kommen, aber, werter Herr S., meinen Sie wirklich, dass sich Ihr Schlangennachbar von Ihrem Warentrenner gestört fühlt? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass der von Ihnen diagnostizierte böse Blick vielmehr der physische Niederschlag massiver Ungeduld ist und sich gegen eine mit Kleingeld oder Karte zahlende Vorderfrau oder einen trödelnden Kassier richtet? Zum Abschluss noch zwei Mantras, die Ihnen Ihr Leben dauerhaft erleichtern können: Sie sind nicht der Nabel der Welt. Nicht alle Menschen sind so zart besaitet, wie Sie es offenbar sind.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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