Der kuriose Fall des Omar S.

Wie aus dem syrischen Hochzeitssänger Omar Souleyman eine der hippsten Figuren der Musikwelt wurde

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 31/15 vom 29.07.2015

Diese Musik macht keine Gefangenen. Ein treibender Schlagzeug-Groove galoppiert los, und sofort beginnen verzerrte Holzblasinstrumente und wilde Percussions darum zu streiten, wer im Mittelpunkt stehen darf. Das Ganze hört sich an, als würde sich ein ganzer Haufen Musiker aus dem arabischen Raum in einen Rausch spielen.

Auf der Bühne steht zur Verwirrung des Publikums aber nur ein Keyboarder. Mit seinen flinken Fingern erzeugt er auf zwei Synthesizern ganz allein diese herrliche, für westliche Ohren zunächst schräg klingende Musik. Von kitschiger Ethno-Folklore und selbstgebastelten Instrumenten könnte die Szenerie nicht weiter entfernt sein.

Wenn kurz darauf Omar Souleyman mit seinem buschigen Schnauzer und gekleidet wie ein Beduine auftritt, wirkt er auf den ersten Blick wie die westliche Parodie eines Arabers, wie eine neue Rolle von Sacha Baron Cohen ("Borat"). Aber seine Musik ist kein Witz, sondern eine Naturgewalt. Die für arabische Musik typischen Vierteltöne kombiniert Omar


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