"Der Bademeister ist halt für Jugendliche ein super Feindbild"

Erich Gsellmann ist Bademeister. Er spricht über mühsame Pubertierende, Unterhosen im Wellenbad und Dummheit auf zwei Beinen


INTERVIEW: NINA HORACZEK
Stadtleben | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015


Würde Erich Gsellmann, 53, seinen kleinen Gästen erzählen, was er vor Badebeginn alles im Wasser herumschwimmen sieht, so manches Kind würde nicht einmal den kleinen Zeh mehr in die Alte Donau halten. Das größte Tier sei ein Wels gewesen, fast zwei Meter lang, ein Räuber, der sogar eine Ente verschlingen wollte, schwört der Bademeister, der seit 28 Jahren im Dienst der Stadt Wien darauf achtet, dass im Gänsehäufel niemand untergeht.

Gsellmanns Revier ist der „Oststrand“, also die Gegend, in der sich die Jugend die Zeit vertreibt. Zumindest wenn sie genug hat vom Wellenbecken oder die Zeit durchtaucht, bis der Sprungturm wieder offen ist. Dann wird am Oststrand gekickt, gekichert, gebadet und geflirtet. Der Falter traf den langgedienten Bademeister in seinem Revier und sprach mit ihm über Unterhosen unter Badehosen, freche Jugendliche, mühsame Väter und Mütter und wieso es bei ihm verboten ist, sich gegenseitig ins Wasser zu schubsen.

Falter: Sie sind seit 1986 Bademeister. Ist die Jugend seitdem tatsächlich schlimmer geworden?

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