Der Traum vom Anarcholand

JÓn Gnarr ist Comedian, Schriftsteller und Anarchist. Bekannt wurde er als Bürgermeister von Reykjavík. Nun sind seine Kindheitserinnerungen auf Deutsch erschienen

Feuilleton | FEATURE: STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Er ist Noam Chomskys Lieblingsbürgermeister, und ginge es nach Lady Gaga, sollte es mehr Stadtoberste wie ihn geben. 2010 wählten knapp 35 Prozent der Wahlberechtigten Reykjavíks die "Beste Partei", die aus einer Satireshow entstanden war. So wurde der Schauspieler, Comedian und Autor Jón Gnarr Bürgermeister, just zu einer Zeit, als Island kurz vor der Pleite stand. Das Wunder geschah: Nach vier Jahren Gnarr waren die Finanzen der Hauptstadt saniert.

Nach nur einer Amtszeit kehrte Jón Gnarr 2014 dem Rathaus den Rücken, obwohl er sicherlich wiedergewählt worden wäre. Oder überhaupt Präsident von Island hätte werden können. Doch er meint: "Es gibt genug Männer mittleren Alters in der Politik. Und ich wäre nur einer mehr gewesen, vielleicht mit einer etwas anderen Idee." Und das war einem wie Jón Gnarr einfach zu wenig.

Heute ist der Ex-Politiker Schriftsteller. Die ersten beiden Teile seiner Kindheitserinnerungen, die er als Roman verfasst hat, sind nun auf Deutsch erschienen,


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