BLEIB IN DER STADT

Zwischen Biber und Beton

Teil 2, Norden: Auf den Bisamberg latschen kann jeder Trottel. Echte Kerle begeben sich ins tiefe Floridsdorf


WANDERWART: KLAUS NÜCHTERN
Stadtleben | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Die Brünner Straße beginnt "am Spitz", wo das Bezirksamt und die Pizzeria Rossa untergebracht sind, verläuft stur Heil in nordnordwestlicher Richtung, um jenseits der Stadtgrenze in den gottlosen Horror von Hagendorf zu münden. Die Brünner Straße ist die vielleicht schiachste Straße von Wien, konkurrenziert allenfalls von der Prager Straße und der nach einem berüchtigten japanischen Heimorgelterroristen benannten Katsushikastraße. Zwischen den drei genannten Straßen liegt "der Winkel des Wahnsinns", den wir uns aber ganz bis zum Schluss unserer Wanderung aufsparen.

Zunächst geht's mit dem 31er, der eine Viertelstunde durch die Brünner Straße zuckelt, nach Stammersdorf. Von dort kann man durch lauschige Kellergässchen auf den Bisamberg gehen, aber das ist was für Warmduscher. Wir gehen dorthin, wo's wirklich wehtut, dorthin, wo auf dem Stadtplan gar nix zu sehen ist, sprich: nach Westen, und zwar durch die Johann-Weber-Gasse, wo's schon ein bisschen nach Weißrussland aussieht,

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