Es tut eh fast nicht weh

Ist Salzburg zur Festspielzeit wirklich so arg? Sind da echt lauter Gestörte unterwegs? Ein Versuch, es auch einmal anders zu sehen

Feuilleton | ERLEBNISAUFSATZ UND FOTOS: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Über Salzburg zur Festspielzeit ist schon viel "Kritisches" geschrieben. In der Regel läuft es darauf hinaus, dass die Getreidegasse mit Touristen verstopft ist, die die falschen Mozartkugeln mampfen - Auskenner kaufen natürlich in der Konditorei Fürst: Silber-, nicht Goldpapier! -, dass sich die Festspielbesucher deppert rustikal anziehen und dass der Preis für die Frittatensuppe im "Dumme Streiche der Reichen"-Lokal circa dem Halbjahreseinkommen eines vietnamesischen Reisbauern entspricht.

Das trifft fraglos alles zu, ist aber ein alter Hut. Außerdem hat mir meine Mutti mit dem Entzug von Erbschaft und Mutterliebe gedroht, sollte ich schlecht über die Stadt reden, in der sie aufgewachsen ist. Nun ist es nicht immer ganz leicht, Salzburg super zu finden, aber wenn man sich ein bissl bemüht, geht's schon. Man muss sich immer bemühen!

Ob sich Stephan Kimmig hinreichend bemüht hat, gilt als zweifelhaft. Mir scheint seine gendercrossende "Clavigo"-Verclownung eher dazu angetan, noch


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige