Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | ARMIN THURNHER | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Das Innere sieht immer anders aus, wenn man von außen kommt. Urlaubszeiten sind Zeiten, wo sich innen und außen umdrehen, man kehrt zurück mit neuem Blick. Und siehe: Das Sitzungszimmer ist kahl.

Redaktionschefassistentin Tatjana Ladstätt er, Chefin vom Dienst Isa Grossmann und Programmchefin Lisa Kiss haben sich zu einer Aufgabe von wahren Chefdimensionen zusammengerottet und das Falter-Fotoarchiv geordnet; das heißt jenes Falter-Fotoarchiv, das nur auf Papier existiert. Sie haben die Abzüge so beschriftetet und katalogisiert, das diese nun zur Digitalisierung bereitstehen und körperlich verschwinden können. Zumindest aus der Redaktion des Falter.

Das bedeutet auch, dass ihre Behältnisse verschwinden, schwere, blaugraue Metallschränke, die einst als Spende einer wohlmeinenden Organisation zu uns kamen und sich zu bleiernen Monstern auswuchsen, die wegen ihres Inhalts und Gewichts nie mehr wegbewegt werden würden und raumgreifend das Sitzungszimmer zur Archivhölle des Staubgrauens machten.

Segnungen der digitalen Epoche: Es wird Raum, es wird Licht, die Metalmonster wurden verjagt, es blieben bloß ein Holzschubladenkästlein, dessen Asylrecht nur noch befristet gilt, und ein Dexion-Regal mit einem kompletten Satz von Falter-Jahrgangsbänden.

Der Maler kann kommen, wenn die Kästen weg sind, sprach Geschäftsführer Siegmar Schlager vor etwa sieben Jahren. Bald ist die Schneewittchenfrist abgelaufen, schon diskutiert man lebhaft die Farbwahl.


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