Von Jägern und Sammlern

Für manche ein archaisches Hobby, für andere barbarisches Morden und für wieder andere beruflicher Alltag: Zu Besuch bei einem der 29 Berufsjäger der Stadt Wien

Stadtleben | AUF DER PIRSCH: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Im weiß gefliesten Kühlraum baumeln drei Rehe von der Decke: gebrochener Blick, Fleischerhaken durch die Vorderläufe, die aufgeschlitzten, ausgeweideten Bäuche klaffen auseinander. Darunter hat sich jeweils eine kleine Blutlache auf dem Boden gebildet. "Aufgebrochen" nennt sich dieser Zustand in der Jägersprache. Jetzt müssten die Tiere nur noch "aus der Decke geschlagen" und "zerwirkt" werden. Mit anderen Worten: Man muss dem Reh die Haut abziehen und den Körper zerstückeln.

"Vom rund 20 Kilo schweren Tier werden am Ende etwa acht Kilo Fleisch übrig bleiben", sagt Günther Lauscher und schließt die schwere Tür wieder. Er muss sich ranhalten, um bis zum Ende der Jagdsaison am 15. Oktober den Abschussplan zu erfüllen. Vor allem bei den Wildschweinen heißt es jetzt Gas geben. "Von denen schießt man, so viel man kann, um die Population kleinzuhalten." Sonst würden wieder ganze Rotten die Blumenbeete in den gepflegten Gärten der Außenbezirke umpflügen. Wobei, fügt Lauscher


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