Kommentar des Chefredakteurs

Persönliches zur Asyldebatte: Wie mein Dorf zu einer Vorzeigegemeinde wurde

Falter & Meinung | KOMMENTAR: FLORIAN KLENK | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Die Asylmisere: Man könnte das Problem aus der bundespolitischen Perspektive beschreiben. Etwa den Rücktritt der einst von Erwin Pröll nach Wien entsandten Innenministerin Johanna Mikl-Leitner fordern, die es in einigen Monaten nicht zustande gebracht hat, für ein paar Tausend geflüchtete Menschen -darunter unbegleitete Jugendliche und sogar Mütter mit Babys - ein Quartier zu organisieren. Mikl-Leitner hat keine politischen Reformvorschläge unterbreitet, sie hat als Managerin ihres Ministeriums versagt, sie schaffte es auch nicht, auf einer symbolischen Ebene für hilfsbereite Stimmung zu Sorgen. Im Gegenteil: Sie fütterte die Krone mit "Kampf den Schleppern"-Schlagzeilen und will Asylverfahren "aussetzen".

Wenn derweil in einem der reichsten Staaten der Welt Menschen wochenlang auf der Straße schlafen müssen -obwohl sie einen gesetzlichen Anspruch auf Grundversorgung haben -, wenn es nicht einmal wasserfeste Zelte gibt, wenn Notleidende so exemplarisch im Stich gelassen werden,


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