Warum haben alle Flüchtlinge Handys?

Wer in der Asyldebatt e fair und überzeugend argumentieren will, braucht Fakten und Zahlen. Wir haben sie zusammengetragen

Politik | ANTWORTEN: NINA BRNADA, NINA HORACEK, FLORIAN KLENK, BENEDIKT NARODOSLAWSKY, TOBIAS SCHMITZBERGER | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015


Illustration: Bianca Tschaikner

Illustration: Bianca Tschaikner

1. Wer lebt da eigentlich in Traiskirchen auf der Straße?

In Traiskirchen lebten zu Beginn der Woche 4500 Asylwerber. Für Mittwoch ist ein Aufnahmestopp angekündigt. Denn das Lager, eine ehemalige Kaserne, ist für maximal 1820 Personen vorgesehen. Die Aslywerber stammen vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Im Jänner beantragten mit 1065 besonders viele Kosovaren Asyl. Bald darauf jedoch ebbte dieser Strom ab – im Juni gab es aus dieser Gruppe nur noch 35 Asylanträge. Laut Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck sind 1800 der 4500 Asylwerber, die derzeit in Traiskirchen untergebracht sind, unbegleitete Minderjährige, alles Burschen. Bis vor kurzem waren dort auch alle unbegleiteten Mädchen, mittlerweile werden diese 20 Minderjährigen aber in Wien betreut. Überhaupt sind Männer unter den Antragstellern in der Überzahl. So haben in der ersten Jahreshälfte exakt 28.311 Personen um Asyl angesucht, davon war nur jede fünfte eine Frau. Über eine statistische Erfassung des Alters der Asylwerber verfügt das Innenministerium nicht.


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