Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Pop

LA Priest: Inji

Als Sam Dust stand dieser Mann den englischen Dance-Punks Late of the Pier vor. Mit dem Ende der Nu-Rave-Mode löste sich die Band auf, jetzt kehrt ihr Sänger als LA Priest mit verändertem Ansatz zurück. Hot Chip nicht ganz unähnlich, bedient er sich ausgiebig bei Synthiepop, Funk und Electro. Von Hits ist der Priester mit seinen verschrobenen Stücken aber meilenweit entfernt, er ist mehr der Typ autistischer Heimwerker. Wenn man es schafft, sich in seinen musikalischen Monolog einzuklinken, hat das was. (Domino) SF

Pop

Diverse: Disco 2

Der britische Reissue-Spezialist Soul Jazz Records hat vergangenes Jahr die wunderbare Welt des Disco-Undergrounds von anno dazumal für sich entdeckt. Ein üppiger erster Sampler unter dem programmatischen Titel "A Fine Selection of Independent Disco, Modern Soul and Boogie" wurde von einem fetten Buch begleitet, das die Coverästhetik dieser Ära feiert; nun liegt bereits die zweite Zusammenstellung voll sexy Tanzmusik der 1970er vor, kundig und mit der Leidenschaft des Fans und Sammlers kommentiert. (Soul Jazz) GS

Klassik

Linus Roth: Wartime Consolations

Der deutsche Violinvirtuose Linus Roth ist als Interpret vergessener Werke, etwa jener Mieczysław Weinbergs, bekannt geworden. Nun hat Roth Karl Amadeus Hartmann neu entdeckt. Das "Concerto Funèbre" stellt er Werken von Weinberg und Schostakowitsch gegenüber, dessen "Unvollendete Violinsonate" als Weltersteinspielung erklingt. Alle Stücke entstanden um den Zweiten Weltkrieg herum und bewegen sich zwischen Trauer, Wut und Trost. Keine leichte, dafür delikate Kost. Empfehlung! (Challenge Classics) MD


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