Beisl Der steirische Gourmet

Schon fast unheimlich

Steiermark | GASTHAUSTEST: GÜNTER EICHBERGER | aus FALTER 32/15 vom 05.08.2015

Früher saß man bei Meinhart in der Wiese, mittlerweile gibt es im Garten Betonplatten, was die ländliche Idylle ein wenig stört. Die Portionen sind freilich riesig wie eh und je. Hier ist alles sauber, ordentlich und gutbürgerlich wie das florale Tischtuchmuster. Wer sich daran nicht stößt, kehrt gerne ein. Hier ist man am Land und doch in der Stadt.

Die Eierschwammerlsauce mit Knödeln (€ 9,80) gehört zu den Standards. Man bekommt sie nicht oft so gut. Die Schwammerln schmecken nach Wald, die homogene Sauce beweist, dass man hier mit Mehl sorgsam umzugehen versteht.

Das Seehechtfilet (€ 10,90) ist angenehm grobfleischig, die Kruste kross, das mediterrane Gemüse mit einer vermutlich gut gemeinten Überdosis Oregano bedacht. Das Fleisch des Gulaschs (€ 8,90) ist weich, die Würzung ausgewogen, also keine dunkle Majoranbombe, die am Gaumen detoniert.

Ein Trumpf ist Erwin Sabathis geschmeidiger Weißburgunder um wohlfeile 3,20 Euro pro Glas. Der Marillentopfenstrudel (€ 3,50) mit gezogenem Teig bietet viel Topfen und wenig Marille.

Resümee

Für lebenslange Freunde bodenständiger Küche, denen Innovation nur Niedergang bedeutet. Hier wird sich - vom Gastgarten abgesehen -nicht viel ändern, vor allem nicht zum Schlechten. Das ist schon wieder fast unheimlich.

Gasthof Meinhart, Wenisbucher Straße 122,8044 Graz, Tel. 0316/ 39 13 94, Di-Fr 11-20, Sa 11-19 Uhr


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