"Das schärfste Schwert gegen Journalisten"

Markus Beckedahl ist zurzeit Deutschlands berühmtester Journalist. Gegen ihn wurde "wie gegen einen Terroristen" ermittelt

Medien | Interview: Christine Zeiner | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015


Foto: APA/EPA/Britta Pedersen

Foto: APA/EPA/Britta Pedersen

Es hat 35 Grad, im Büro des Blogs netzpolitik.org – einem Dachgeschoß in einem Berliner Gewerbehof der Gründerzeit nicht weit vom Alexanderplatz – steht die Luft. Markus Beckedahl aber wirkt entspannt. Das ist umso überraschender, da er, wie er sagt, kaum geschlafen hat. Gegen den 39-jährigen Gründer von netzpolitik.org wurde bis vor Monaten wegen Landesverrats ermittelt. Der Blog veröffentlichte zwei Mal interne Akten des Inlandsgeheimdienstes, wonach die Netzüberwachung ausgeweitet werden solle. Beckedahl erfuhr Ende Juli von den Ermittlungen gegen ihn und einen Kollegen. Die Empörung ist nach wie vor groß. Von der Regierung hieß es zunächst, sie habe von der Sache aus den Medien erfahren. Die Pressefreiheit sei „ein hohes Gut“. Der Justizminister Heiko Maas (SPD) entließ Generalbundesanwalt Harald Range, Deutschlands obersten Terror- und Spionageermittler. Als Zuständiger hatte dieser die Ermittlungen gegen netzpolitik.org auf die Anzeige des Inlandsgeheimdienstchefs hin eingeleitet.

Falter: Herr Beckedahl, Gratulation zum Preis „Deutschland – Land der Ideen“. Der Preis zeichnet Projekte aus, die dem Image von Deutschland förderlich sind, er wird auf Initiative der Regierung vergeben.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige