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Zweimal fröhliche Wissenschaft: Lachen und Gärtnerlust

Feuilleton | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Lachen findet man meist in der Ratgeber-Ecke: Lachyoga oder den heiteren Weg zur Freiheit sollen wir erlernen. Kevin Liggieri will mit seinem Reader etwas anderes. 14 Autoren hat der Anthropologe unter dem von Nietzsche geborgten Banner der "Fröhlichen Wissenschaft" versammelt. Beginnend bei Homer untersuchen sie das Lachen im Wandel der Zeiten. Haben die alten Christen damit begonnen, ernste Trauer höher als leichte Heiterkeit zu werten? Auch im Mittelalter wurde das Weinen über das Lachen gestellt; doch zumindest im Minnesang hatte auch Komik ihren Platz. Das Spektrum der Beiträge reicht von Hegel und Marx über eine immer fröhlichere Gegenwart, Canettis Lachtheorie oder "Gewaltclowns" aus Kino und Fernsehen bis zum Lächeln des "Terminators". Die teilweise erst wenig bekannten Autoren ziehen am selben Strang, so wird diese kleine Ideengeschichte des Lachens zu einem geschlossenen Ganzen. AKR

Kevin Liggieri (Hg.): Fröhliche Wissenschaft. Zur Genealogie des Lachens. Karl Alber, 325


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