Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Somebody

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Es gibt eine unheimliche App, über die man Nachrichten an andere von Fremden persönlich überbringen lassen kann. "Somebody" wurde unlängst in den Medien als Schlussmach-App diskutiert.

In einer idealen Welt tippt einem wer in der Straßenbahn auf die Schulter und sagt: "Ich vermisse dich." Trifft einen nicht der Schlag, freut man sich. Die App signalisiert über das Ortungssystem, welche Nachricht an eine Person mit bestimmtem Aussehen in seiner Nähe zu überbringen ist.

Weniger romantisch ist es, wenn einem jemand vor dem Betreten des Supermarktes "Vergiss nicht wieder das Häuselpapier" zuraunt. Prickelnd kann es werden, wenn einem ein attraktiver Mensch "Treffen, jetzt, hinterm Feuerwehrhaus" zustöhnt. Auch wenn dort dann nur der good old Lebensgefährte wartet, immerhin wurde die Fantasie bemüht. Sollte man auf der Straße mit den Worten "So, jetzt geh scheißen, Arschloch, jetzt aber wirklich" abgefangen werden, erfährt man, dass es aus ist. Mir gefällt gerade die Vorstellung, dass man zum Beispiel letzteren Schlussmachauftrag anderweitig unterbringt. Im Innenministerium zum Beispiel.


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