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Pressekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Das brutale Video, das der in Wien-Rudolfsheim aufgewachsene Dschihadist Mohamed Mahmoud letzte Woche auf Youtube veröffentlichte, schockierte das Land. Am Rande spielte sich aber auch eine interessante medienpolitische Geschichte ab.

Das erste echte Interview mit Mahmouds Vater Sami hatte der Kurier letzte Woche am Samtag. Darin distanziert er sich von seinem Sohn ausdrücklich. Die erste Meldung dazu brachte aber schon Österreich am Donnerstagabend. Wieso? Die Familie dachte offenbar, dass Österreich "eine Art offizielles Organ der Republik" sei, erzählten sie später dem Kurier. Deswegen schickten sie ihr Distanzierungsmail am Donnerstag zuerst an Österreich, und erst tags darauf, am Freitag, an Kurier, Krone, Profil und den Spiegel.

Österreich als offizielles Organ der Republik? Das Weltbild, in dem Mohamed lebt, will und kann niemand verstehen. Das Österreich-Bild seiner Familie ist aber auch ganz schön schräg.


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