Am Apparat Telefonkolumne

Warum durften Sie keine Pölster spenden, Herr Abart?

Politik | Interview: Lydia Sprinzl | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Der Kärntner Jungunternehmer Daniel Abart wollte 50 Bio-Zirbenkissen seiner Firma "Gesundheitskissen" an das Asyl-Zeltnotquartier in der Polizeikaserne im Kärntner Krumpendorf spenden. Dort wollte man seine Spende allerdings nicht annehmen.

Warum wollten Sie Ihre Zirbenkissen für die Flüchtlinge spenden?

Die Kissen waren neuwertige Reste früherer Bestände, die nicht verkauft worden waren. Ich hatte zufällig 50 Stück davon im Auto liegen. Vor zwei oder drei Wochen bin ich auf die Idee gekommen, etwas Sinnvolles mit ihnen zu machen und habe mir gedacht, ich führe sie ins Notquartier.

Was hat man Ihnen im Asyl-Notquartier in Krumpendorf gesagt?

Ich wollte mit meinem Firmenbus direkt durch das Tor fahren, aber zwei Mitarbeiter haben mich nicht hineingelassen. Sie haben gesagt, ich brauche eine Bewilligung aus dem Innenministerium.

Was ist dann passiert?

Ich habe mir sofort die Nummer aus dem Internet herausgesucht und im Innenministerium angerufen. Aber dort haben mir die Auskunftspersonen auf der Infohotline nur gesagt, ich muss mich an das Asylzentrum Krumpendorf wenden. Man hat mich also einfach wieder im Kreis herumgeschickt.

Konnten Sie die Pölster nun jemandem übergeben?

Ich bin dann nicht noch einmal nach Krumpendorf gefahren, sondern habe mich beim Roten Kreuz gemeldet. Ich werde die Kissen jetzt dem Roten Kreuz spenden. Und die werden das dann an das Asyl-Notquartier weitergeben. Zusätzlich zu den 50 Kissen aus dem Auto werde ich weitere 100 spenden.

Warum haben Sie über den Vorfall getwitt ert?

Ich finde es schade, dass es so schwierig ist, unkompliziert zu helfen. Denn es gibt sehr viele Menschen, die gerne etwas spenden möchten.


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