Film Neu im Kino

Stylischer Sixties-Spaß: "Codename U.N.C.L.E"

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Amerikaner und Russen haben im Kalten Krieg auch zusammengearbeitet: So zumindest in der US-amerikanischen TV-Serie "The Man from U.N.C.L.E." aus den 1960ern, in der CIA-Agent Napoleon Solo und KGB-Mann Illya Kuryakin gemeinsam für das United Network Command for Law and Enforcement (U.N.C.L.E.) tätig waren. 50 Jahre später schuf Guy Ritchie mit "Codename U.N.C. L. E." nun eine Kinofassung.

Die Agenten, die im geteilten Berlin zunächst als Feinde aufeinandertreffen und sodann unfreiwillig zusammengespannt werden, suchen an der Seite der Deutschen Gaby Teller nach ihrem Vater, der in die Machenschaften eines Geheimbunds mit Nazi-Hintergrund verwickelt ist. Es gilt, finstere Pläne inklusive Nuklearwaffen zu vereiteln.

Spaß macht an Ritchies Action-Komödie wie immer auch die Aufmachung -Kameraführung, Schnitt und Sound spielen die vierte Hauptrolle. So peppt er die Verfolgungsjagden mit kleinen Zeitsprüngen und comichaften Untertiteln auf oder lässt Actionsequenzen ausschließlich mit Musik unterlegt ablaufen. Wie in seinen "Sherlock Holmes"-Filmen kommt dieser Ästhetik die Handlungszeit entgegen: Die 1960er-Jahre geben einen entspannt-stylischen Vintage-Spielplatz ab.

Die Hauptdarsteller können ihr komödiantisches Talent beweisen: "Superman" Henry Cavill verkörpert Solo mit unbeugsamer Coolness, Armie Hammer gibt den KGB-Agenten mit Kindheitstrauma und Aggressionsproblem, Alicia Vikander die dickköpfige Gaby. Kurzweil bringt dabei sowohl das Konkurrenzverhalten der Männer als auch das Knistern zwischen Gaby und Illya.

Doppelt Spaß an der Freud' hat man übrigens mit der Originalfassung: Hammers russischer Akzent wird noch getoppt, wenn Cavill und Vikander schönstes Kauderwelsch-Deutsch dahermurmeln.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


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