Buch der Stunde

Kunst & Geld: Forschungen auf der Art Basel

Feuilleton | Matthias Dusini | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Wer wirklich wissen will, was in der zeitgenössischen Kunst los ist, fährt Anfang Juni zur Art Basel. Nicht im Museum oder auf einer Biennale, sondern auf einer Messe wird der für das Verständnis von Kunst so bedeutsame Zusammenhang zwischen Kunst und Kapital ersichtlich.

Forscher der Universität St. Gallen haben diesen prestigeträchtigen Markt nun mit den Mitteln der Soziologie untersucht. Sie erzählen die unglaubliche Erfolgsgeschichte der 1968 gegründeten Kunstmesse, zu der heute die Superreichen aus aller Welt anreisen. Mit Statistiken, aufschlussreichen Interviews und Thesen des französischen Soziologen Pierre Bourdieu untermauert, entwerfen die Autoren das Bild eines dekadenten Events, auf dem handfeste finanzielle Interessen mit idealistischen Motiven verbrämt werden. Die Sammler schwärmen von der Liebe zur Kunst, während es doch nur darum geht, an die besten Stücke der mächtigsten Galeristen heranzukommen. Spekulation, nicht Kontemplation treibt das Spektakel voran.


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