Menschen

Kein Penisgate

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Oh yeah, she films. Die österreichische Filmemacherin Mirjam Unger dreht wieder. Diesmal ist es keine Doku über Musikerinnen, sondern seit langem mal wieder ein Spielfilm. Genauer: eine Literaturverfilmung - "Maikäfer flieg" nach dem autobiografischen Roman der Kinderbuchschriftstellerin Christine Nöstlinger über das Leben in der Nachkriegszeit. Vergangene Woche konnte man das Set in Ottakring besuchen, wo die junge Hauptdarstellerin Zita Gaier mit ihren Filmeltern Ursula Strauss und Gerald Votava gerade am Werken ist.

"Calle Libre", übersetzt: freie Straße, heißt das Festival für urbane Ästhetik (also Street-Art), das diese Woche initiiert von Jakob Katt ner zum zweiten Mal in Wien stattfindet. International bekannte Graffi tikünstlerinnen werden dabei offi ziell genehmigte Wände und Feuermauern im öffentlichen Raum gestalten - unter reger Anteilnahme des Publikums. Unter anderem mit dabei ist ein Herr mit dem sperrigen Künstlernamen HNRX. Dabei handelt es sich um einen jungen Tiroler, der Wiener Wände in der Vergangenheit auf poppige Art und Weise mit riesigen Früchten, Sushi und Würsteln geprägt hat. Für Calle Libre plant Herr HNRX übrigens, dem Andreaspark in Neubau einen poppigen "Riesenwürstelburger" zu verpassen. Und es ist auch nicht damit zu rechnen, dass diesen Sommer irgendwer "Puber" über die neu angebrachten Straßenkunstwerke sprüht.

In der zauberhaft steilen Esterházygasse eröffnete die (der Falter berichtete) Miranda-Bar. Was von daher erstaunlich ist, weil sie von den Architekten Gregorio S. Lubroth und Chieh-shu Tzou mit Fridolin Fink betrieben wird, die bereits ein paar Lokale am Start (und noch mehr lässig gestaltet) und dabei offenbar ein gutes Händchen haben. Jetzt also noch eine klassische Bar, die aber auch lustig sein darf, wie Mister Lubroth bei der Eröffnung betonte. Die Veranstaltung wuchs sich dann noch zum Straßenfest aus -Hafenjunge Markus Handl feierte vis-à-vis nämlich zeitgleich seinen neuen Gastgarten. Oder besser: seine Gastgartenrampe. Wie gesagt, steile Gegend.

Und schon wieder irgendein Mozart-Jubiläum? Jedenfalls wird es im Herbst im Raimundtheater wieder ein Mozart-Musical geben (wir erinnern uns tatsächlich gern an die "Weberischen", auch weil dort Volksopern-Direktor Robert Meyer als Mozarts Schwiegermutter schwer in Drag zu sehen war). Momentan wird aber noch geprobt. Der Niederländer Oedo Kuipers (ausgesprochen: Udo Kaupers) spielt in der Neufassung die Titelrolle, und Wien-Musical-Star Thomas Borchert ist inzwischen im Väter-Fach angekommen und macht den Leopold. Weil die Wiener Stoffe immer ganz gut laufen, dürfte "Mozart" in der Neuauflage auch wieder ein Erfolg werden. Premiere ist im September.

Sein Hosenplatzer von letzter Woche samt Penisgate war dann kein Thema mehr, als Rockmusiker Lenny Kravitz Anfang der Woche zur Eröffnung seiner Ausstellung "Flash" ins Ostlicht in der Favoritner Brotfabrik kam. Da steht er drüber vor lauter Lässigkeit. Herr Kravitz, das muss man wissen, fotografiert nämlich seit einiger Zeit zurück: Fans und Paparazzi. Er hätte keine andere Wahl gehabt, sagte er. Und ließ sich geduldig ablichten.


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