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Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Bei einer Wochenzeitung schreibe man nie über das Wetter. Das am Montag gut gemeinte Hitzegestöhn wird am Mittwoch durch das Unwetter mit Temperatursturz obsolet. Derzeit scheint textliches Schmachten allerdings ziemlich risikolos.

Das Grafikzimmer ist das schönste im ganzen Haus. Dicht bestanden mit tropischen Pflanzen, aufgehellt von ironischen Plakaten und durchflutet vom Tageslicht mehrerer großformatiger Fenster bietet es ein Ambiente, das Tom Cruise bisher nur zufällig entgangen ist. Von dem auf drei Seiten verglasten kleinen Erker genießt man eine Aussicht auf den Schwedenplatz samt den Bauten der Architekten Hollein und Nouvel, die nur durch die etwas unpassende Anzeigentafel des News-Towers getrübt wird.

Was neun Zehntel des Jahres als Trumpf gilt, erweist sich in den Hundstagen als Arschkarte. Nun brennt die Sonne, durch Jalousien kaum abgehalten, auf die durch Rechnerluft bereits gut erwärmten Grafikerkörper und -köpfe. Wie oft in solchen Fällen haben es die Chefs gut getroffen. Dirk Merbach und Raphael Moser sind "zufällig" auf Urlaub. Marion Großschädl, Barbara Blaha, Reinhard Hackl, Daniel Car, Ole Hofmann und Chefin vom Dienst Marianne Schreck schmachten still, aber sie bringen ein Blatt zusammen, dem man nicht ansieht, wie viel Schweiß es gekostet hat.

Dann verlieren sie die Nerven und öffnen die Fenster. Ergebnis: Es wird noch heißer. Schrecks Kollegin Isa Grossmann stellt ihre Füße gern in den mit Eiswasser gefüllten roten Putzkübel. Aber Isa macht blau.


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