Der mit dem Mund und den Haxen redet

Herbert Prohaska, Austria-Kapitän, italienischer Meister, Teamchef bei der WM 1998, ist 60 Jahre alt. Und der Beweis, dass Wiener über Fußball reden können

Stadtleben | Rückblick: Johann Skocek | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015


Foto: Karl Schöndorfer / picturedesk.com

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Junge Menschen kennen Herbert Prohaska als den netten älteren Herrn vom Fernsehen. Bestenfalls noch als Mitglied der Nationalmannschaft, die bei der legendären WM 1978 in Argentinien die Deutschen in Córdoba 3:2 besiegte. Damit ist über den heimischen Fußball Wesentliches gesagt: Er vergisst. Er pflegt seine Geschichte nicht. Und zur Geschichte gehören eben Personen wie Herbert Prohaska, die das Spiel mit einem Flair von Absichtlichkeit versehen, sodass zumindest im Rückblick individuelle und kollektive bis nationale Erfolge den Eindruck machen, sie seien – wie es der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer formulierte – mit „strenger Notwendigkeit“ eingetreten.

Nur manchmal, bei Gelegenheiten wie der Feier von Jahrestagen und Geburtstagen, tauchen Gesichter in Zeitungen und Fernsehen auf, alte Filme und Anekdoten werden abgespult und verschwinden wieder. Prohaska ist mehr als ein guter, alter Kicker. Er verkörpert das Wienerische. Eine Selbstverständlichkeit, weil er in Simmering aufgewachsen und in Favoriten groß geworden ist. Erstaunlich, weil er ins Ausland gegangen ist und sich dort durchgesetzt hat. Prohaska ist italienischer Cupsieger (Inter Mailand) und Meister (AS Roma), er spricht fließend Italienisch und er ist in seiner Branche europaweit ein angesehener Fachmann.


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