Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau

Im Netz tobt ein virtueller Kampf zwischen Dick und Dünn. Dabei wird übersehen, worum es eigentlich geht

Stadtleben | Stilkritik: Birgit Wittstock | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Am Anfang war der Thigh-Gap. Für alle, die nicht wissen, was das ist: die Lücke, die im Stehen zwischen den geschlossenen Oberschenkeln entsteht. Oder besser gesagt: entstehen sollte. Denn die Existenz besagter Oberschenkellücke entscheidet über Glück oder Unglück so mancher jungen Frau. Sie gilt nämlich als Beweis, dass der dazugehörige Körper den derzeit gängigen Schönheitsvorstellungen entspricht und die Trägerin nicht zu den bedauernswerten Geschöpfen zählt, deren Jeans vom Wolf aufgefressen werden.

Der Thigh-Gap - vor allem für westliche Teenager bis Thirtysomethings das Maß der Dinge - gilt zwar als unbestechlicher Richtwert in Sachen Idealkörper. Soll heißen: je größer der Abstand, desto idealer die Figur. Ganz so einfach ist es aber wiederum auch nicht, fällt doch die Lücke je nach Beckenstellung unterschiedlich groß aus.

Eines ist jedoch gewiss: Mit Übergewicht gibt es bestimmt keinen Gap. Und weil sich die Oberschenkelspalte auf so vielfältige Weise inszenieren


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