Kommentar Kulturpolitik

Two more years: Hans Hurch bleibt Viennale-Chef bis 2018

Falter & Meinung | Michael Omasta | aus FALTER 33/15 vom 12.08.2015

Soll nichts Schlimmeres passieren, als den fachlich versierten Direktor eines erfolgreichen Festivals um weitere zwei Jahre in seinem Amt zu bestätigen. So geschehen vorige Woche im Falle der Viennale und von Hans Hurch, der vom Kuratorium derselben einstimmig bis 2018 mit der Leitung des Wiener Internationalen Filmfestivals betraut wurde.

Im bei Kulturjournalisten beliebten Ranking der heimischen Kulturmanager matcht sich Hurch, 62, punkto Amtszeit mit Kalibern wie Harald Serafin (Seefestspiele Mörbisch) oder Georg Springer (Bundestheaterverband), die den jeweiligen Institutionen 20 bzw. 23 Jahre erhalten blieben. Im internationalen Vergleich wird Hurch, seit 1997 auf dem Posten, mit Moritz de Hadeln gleichziehen, dem Langzeitdirektor der Berliner Filmfestpiele (1980 bis 2001), dessen Filmauswahl und Führungsstil zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik gerieten.

Tatsächlich steht die Viennale mit - fast - sechsstelligen Besucherzahlen und guter Presse immer noch bestens da. Durchaus verzichtbare Eröffnungsfilme, allzu routiniert zusammengestellte Tributes und halbfertige oder -geschlossene Festivalkinos haben den Erfolg der Veranstaltung nicht getrübt. Auch dass heuer erstmals seit über 20 Jahren keine eigene Publikation zur großen Viennale-Retrospektive erscheinen wird, dürfte maximal ein bedauerndes Achselzucken zur Folge haben.

Gut, two more years Hans Hurch also. Zeit genug, die Viennale und ihre Aufgaben ernsthaft zu diskutieren und - gegebenenfalls - neu aufzustellen für die Nachfolge. Er jedenfalls freue sich, so Direktor Hurch in Reaktion auf seine Vertragsverlängerung, das Festival "mit neuen Ideen und Impulsen" weiterzuentwickeln.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige