Dolm der Woche Wertungsexzess

Sophie Karmasin

Politik | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Wenn es um die Verteidigung ihrer Klientelpolitik in Sachen Bildung geht, sind sich die Konservativen auch für biologistische Nebelgranaten nicht zu schade. Bildungserfolg sei mitunter gar "genetisch übertragen", sagt Sophie Karmasin, Familienministerin von ÖVP-Gnaden in einem Interview mit dem Standard.

Bildungserfolg sei auch eine Frage der Geduld. "Die Frage, ob ich es als Kind schaffe, meine Wünsche für eine spätere Belohnung zurückzustellen, ist entscheidend für den Bildungsweg und das Lebensglück des Kindes." Derlei "tiefliegende psychologische Mechanismen", wie es Karmasin nennt, würden im "sozialen Umfeld gelernt" - oder eben "genetisch übertragen". Dass Bildung vor allem eine Frage der sozialen Herkunft ist, ignoriert die Ministerin ebenso wie die ÖVP. Da bemüht man schon lieber die Gene.


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