Airbnb anderswo: Wie die Kommunen um Steuern und Regelungen kämpfen

Stadtleben | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Ob sich Airbnb-Hosts an die lokalen Gesetze halten, ist ihnen derzeit noch weitgehend selbst überlassen -die Plattform rät in ihren AGB lediglich, sich über Steuern oder Anforderungen an Gewerbetreibende zu informieren. Schließlich versteht man sich als Schnittstelle, die Verantwortung für die Gesetzestreue liegt in den meisten Ländern ausschließlich beim Vermieter. Da der Konzern für diese Politik zusehends mehr Kritik einstecken muss, hat Airbnb in einigen Städten begonnen, Touristenabgaben auf die einbehaltenen Provisionen aufzuschlagen und direkt an die jeweiligen Kommunen abzuführen. Etwa in Portland im US-Bundesstaat Oregon und in der Airbnb-Heimatstadt San Francisco. In New York wurde Airbnb zur Herausgabe der Daten von 15.000 Nutzern verdonnert, um von gewerbsmäßigen Vermietern die Hotelsteuer einzutreiben.

Auch in europäischen Großstädten sind viele Einheimische von den Billigtouristen genervt. Vor allem in deutschen Städten, in denen leistbarer Wohnraum ohnehin ein knappes Gut ist, ist die Vermietung ganzer Unterkünfte nicht gerne gesehen. Hamburg, München und jüngst auch Berlin haben deshalb das "Zweckentfremdungsverbot" eingeführt. Einzelne Zimmer kurzzeitig zu vermieten ist zwar erlaubt, wer jedoch ganze Wohnungen auf Airbnb stellt, riskiert eine Strafe von bis zu 50.000 Euro. Auch im spanischen Barcelona drohen bis zu 30.000 Euro Strafe für illegale Angebote.

In Amsterdam ist das private Kurzzeitvermieten mittlerweile genau geregelt: Die Vermietung an bis zu vier Touristen gleichzeitig für bis zu zwei Monate im Jahr ist legal. Natürlich muss der Host entsprechende Steuern und Touristenabgaben zahlen. Ähnliche Regelungen wollen nun auch Frankreich und Großbritannien.

Die Stadt Wien will im Jänner 2016 einen Plan präsentieren.


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