Kolumne Außenpolitik

China im Widerspruch zwischen Repression und Liberalismus

Falter & Meinung | RAIMUND LÖW | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Die Explosionsserie im Containerbereich der chinesischen Hafenstadt Tianjin sieht auf den ersten Blick wie ein verheerender, aber normaler Industrieunfall aus. Schlamperei, Korruption und missachtete Sicherheitsvorschriften bei gefährlichen Chemikalien gibt es überall auf der Welt. Ländern mit schwacher Staatsmacht fehlt die Kraft, die eigenen Gesetze gegen finanzstarke Unternehmen durchzusetzen.

Aber in China gibt sich die Führung selbstbewusst und stark. Die kommunistische Staatspartei bestimmt jedes Detail des gesellschaftlichen Lebens. Die Zensurbehörde löscht Postings und lenkt das Internet. Sogar über Scherze im privaten Rahmen entscheidet die Partei. Der populäre Fernsehmoderator Bi Fujian wird bestraft, weil er bei einer Abendeinladung ein Spottlied über Mao zum Besten gab. Auf ein System, das alles zentral regulieren will, fällt ein Unglück rasch selbst zurück.

Die Behörden haben ahnungslose Feuerwehrleute in das brennende Containergelände eine halbe Zugstunde östlich


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