Putinpedia statt digitaler Revolution

Das Internet galt als letzter Hort der Meinungsfreiheit in Putins Reich. In letzter Zeit aber hat der Kreml den Druck massiv erhöht

Medien | BERICHT: SIMONE BRUNNER | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015


Illustration: Oliver Hofmann

Illustration: Oliver Hofmann

Niemand kehrt als der zurück, der er vorher war.“ Der Untertitel der russischen TV-Serie „Tschernobyl – Zone der Entfremdung“ wäre für Youtube beinahe zu mehr als nur einem warnenden Fingerzeig geworden. Die Serie war auf das Portal illegal hochgeladen worden. „Wenn die ungesetzliche Information nicht nach drei Werktagen gelöscht wird, wird der Zugang durch die Internetanbieter eingeschränkt“, teilte die russische Medienaufsicht den Betreibern trocken mit.

Ein illegal hochgeladenes Video da und dort, eine Beanstandung – immer wieder hatte es in der Vergangenheit rechtliche Plänkeleien zwischen den russischen Behörden und Youtube gegeben. Aber eine Sperre des gesamten Streaming-Diensts? Youtube, das milliardenschwere Videoportal aus Kalifornien, auf der schwarzen Liste des Kreml? Das gab es noch nie. Ende Juli kam dann die erlösende Nachricht: Youtube wurde wieder von der Liste gestrichen. „Wir können wieder aufatmen“, sagte dazu ein Sprecher zur russischen Zeitung Wedomosti.


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