Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Sieben und ein halber Neonazi auf Adolf Hitlers Spuren in Wien

Politik | LUKAS MATZINGER | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Ein paar Dutzend Antifa-Anhänger warteten Donnerstagmorgen vor der Akademie der Bildenden Künste auf eine ungarische Abordnung des Neonazinetzwerks "Blood &Honour". Die Hochschule, die einst Adolf Hitler ablehnte, war die erste Station ihrer mehrtägigen Reise "auf den Spuren des Dritten Reichs".

Auch dieses Mal wurde den Rechtsextremisten der Zutritt verwehrt. Die Universität schloss die Türen aus Protest. Die sieben Männer und ein Bub, die aus dem ungarischen Kleinbus stiegen, begaben sich stattdessen auf braune Sightseeingtour durch Wien.

Sie klapperten Hofburg, Museen und Stephansdom ab. Ihr Reiseleiter zeigte ihnen den Balkon, von dem aus Hitler den "Anschluss" verkündete. Das Gefolge zückte die Fotoapparate. Nach nicht einmal zwei Stunden waren sie schon wieder weg.

Da kamen die acht grünen Stadtpolitiker glatt zu spät. Ihre Protesttaferln haben die Neonazis nicht mehr gesehen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige