Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Sie ist zu gut, um gut zu sein. Das ist die Essenz eines "ZiB 2"-Porträts der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Man sieht die studierte Ärztin hoch zu Ross bei der Eröffnungsfeier der Reit-Europameisterschaft in Aachen. Dann auf Fotos mit ihren sieben Kindern und ihrem Vater, den sie bis zu seinem Tod pflegte. Die Porträtierte kommt einmal kurz zu Wort, mit einem wenig einnehmenden Zitat: "Ich verzichte auf gesellschaftliche Ereignisse und Freunde: Die sehe ich nie mehr."

Dann aber sind die Leyen-Exegetinnen am Wort. Hier werde etwas vorgelebt, das von einer politischen Repräsentationsmaschine konstruiert wird, sagt die Gender-Forscherin Andrea Braidt. "Was für ein konservatives Frauenbild", legt die Wirtschaftsberaterin Gundi Wentner nach. Hier werde der Beruf zum Hobby gemacht. Nächstenliebe, Fleiß und Sportlichkeit: Wer so viele Tugenden besitzt, hat eine schallende Ohrfeige verdient.


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