Wer hat an der Uhr gedreht?

Vor sieben Jahren wurde er SPÖ-Chef, vor dem Sommer spekulierten alle über seinen Abgang. Was bleibt bis jetzt von Werner Faymann als Staatsmann? Versuch einer Bilanz eines Politikers, der Österreich mit wenig Mut, aber viel Sinn für Populismus regiert hat

Politik | RÜCKBLICK: BARBARA TÓTH | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Eine Bilanz über Werner Faymann lässt sich an vielen Orten beginnen. Einer davon ist das Gartenhotel Altmannsdorf in der Wiener Südstadt. Der weitläufige Park mit seinen geschwungenen Kieswegen und romantischen Teichen liefert seit Jahrzehnten die Kulisse für das traditionsreiche Kanzlerfest der SPÖ. Hier feiern sich die rote Elite des Landes und ihr erweiterter Sympathisantenkreis. Künstler, Intellektuelle, rote Wirtschaftskapitäne.

Als Faymann vor sieben Jahren die SPÖ von seinem Vorgänger Alfred Gusenbauer kalt übernahm, ließ er das Kanzlerfest kurzerhand ausfallen. Im Jahr darauf lud Faymann seine Genossinnen und Genossen aufs ÖBB-Gelände in Wien-Simmering zu einem proletarischen "Fest der Begegnung". Wir sind bei den Arbeiterinnen und Arbeitern, lautete die neue Losung. Stil und Glanz gab es dort nicht, nicht wenige der roten Trabanten waren enttäuscht.

Im Jahr darauf wurde das "Kanzlerfest" still und leise wieder zum Leben erweckt. Das heurige findet diesen Donnerstag


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