Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und eine (unfreiwillige Pensionierung

Politik | BARBARA TÓTH | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Wiens Juden und Jüdinnen haben viele Unterschriften für ihn gesammelt, aber seine Entscheidung ist anders ausgefallen: Paul Chaim Eisenberg, seit 1983 Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien und seit 1988 auch Oberrabbiner des Bundesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs, wird mit Anfang 2016 in Pension gehen.

Eisenberg ist bereits 65 Jahre alt und damit pensionsberechtigt. Aber der beliebte, sehr offene und zugängliche Wiener Oberrabbiner hätte auch über seine Pensionierung hinaus weiterarbeiten können. Das ist für Glaubensmänner nichts Ungewöhnliches.

Genau das wünschten sich auch viele Gemeindemitglieder, die seine Art, den Wiener Stadttempel zu führen, sehr schätzen. Eine eigene Onlinepetition wurde gestartet, die Gruppe "Chaj - jüdisches Leben" sprach sich offen für seinen Verbleib aus.

Aber die Führung der Wiener Kultusgemeinde wollte es offenbar anders haben. Sie verhandelten mit Eisenberg, im Übrigen ein begeisterter Sänger, einen Teilrückzug. Eisenberg kann Oberrabbiner von Österreich bleiben, die Position des Oberrabbiners für die Wiener Gemeinde wird neu ausgeschrieben. Der neue Oberrabbiner soll mit Beginn 2016 sein Amt antreten.


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