Armer schwarzer Kater, blinde Kuh und wilder Mann

In Zeiten von Onlinespielen, Xbox und Co gehen die Regeln alter Kinderspiele verloren

Stadtleben | NACHSCHAU: KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Das Schöne an den Kinderspielen vergangener Generationen ist, dass man dafür kein gekauftes Spielzeug braucht. Die Krux besteht hingegen darin, dass man für viele dieser Spiele zahlreiche Mitspieler benötigt. Und zwar leibhaftige, nicht virtuelle. Reale Spielpartner sind mittlerweile aber ebenso oft Mangelware, wie Kinderzimmer mit fantasietötendem Spielzeug überfüllt sind. Dafür hat die Langeweile proportional zur Spielzeugmenge zugenommen.

Dabei kann es so einfach sein. Etwa indem man ein paar Steine wirft und schaut, wer näher an ein vereinbartes Ziel herankommt. Oder einen Maiskolben zur Puppe erklärt. Man ernennt ein Kind zum "wilden Mann" und versucht ihm zu entkommen. Einige alte Kinderspiele kann man sogar allein spielen, etwa Geschicklichkeitsspiele wie Stanerlspüln (siehe Kasten).

Ohne pädagogischen Zeigefinger trainieren sie Körper und Geist, Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit, Affektkontrolle und Frustrationstoleranz, aber auch Fairness, Durchsetzungsvermögen


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