Sport Glosse

Ein Antikicker meint, er sei bereit für die Politik

Stadtleben | Johann Skocek | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Ich kann mich an ein Unter-21-Länderspiel vor rund 165 Jahren erinnern: Mattersburg, den Gegner habe ich vergessen. Paul Scharner spielte als rechter Außenpracker und war der schlechteste Kicker auf dem Feld. Kaum ein Pass über fünf Meter kam an, in Zeit-und Raumnot schon gar nicht. Dauerläufer, blind für das Spiel. Antikicker mit Leidenschaft.

Irgendwann wechselte er zur Austria und später nach England, verdiente eine Lawine, wollte sich das Nationalteam untertan machen und flog hinaus. Scharner hat ein Buch geschrieben. Stil: Lebensratgeber. Genieverdacht gegen sich selbst. Chris-Lohner-Blabla aus dem Stoppelschuh. "Ich habe immer das Gute gewollt", schreibt er. Mein Gott!

Den Titel "Querdenker" attestiert er sich selber und sagt: "Ich bin bereit für die Politik."

Verständlich bei all den Blinden dort. Aber ich bin nicht bereit für Pauli und die Vermehrung der karrieregeilen Antikicker.


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