Nüchtern betrachtet

Ich optimiere meine Hop-on-hop-off-Awareness


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 34/15 vom 19.08.2015

Als ich unlängst eine schwer im Schwange befindliche Wiener Band auf ihrer Tour begleitete, meinte der Sänger, er habe in seinem Leben noch so gut wie jedes Konzept nachvollziehen können, außer Hip-Hop. Der Sänger der schwer im Schwange befindlichen Band darf so was sagen, er ist zurzeit der offizielle Rock-'n'-Roll-Hallodri in town, dem die Herzen und Höschen der Mädchen und der Mütter der Mädchen zufliegen. Mir fliegt gar nix zu, ich muss arbeiten, und bei mir hapert's nicht am Hip-Hop-Verständnis, es fehlt mir vielmehr das Enzym, das es einem ermöglicht, drei Hip-Hop-Nummern in Folge zu verdauen. Das ist so wie mit den Asiaten und dem Alkohol oder der Milch

Definitiv nicht weit her war es bislang mit meinem Hop-on-hop-off-Verständnis. In der eigenen Stadt gehen mir die verkehrswegeverstopfenden Doppeldeckerbusse auf den Wecker, in fremden Städten war ich mir immer zu gut zum Hoppen, weil ich dachte: "Iiiih, das machen doch nur blöde Touritrampel mit Klettsandalen und Knieschaden!"

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